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Glocken

Die Vorkriegsglocken:

Vier Bronzeglocken von der Fa.Rinker (Sinn/Dillkreis)
Angeliefert am 28.Juli 1895
Aufgehängt am 23.August 1895
Abgestimmt auf die vier Anfangstöne von
"Sollt ich meinem Gott nicht singen"
Gesamtgewicht 4753 kg

Inschriften: 1. Heroldin der ewigen Gottesherrlichkeit
Schlagton h - 2378 kg
++Höre, mein Volk, laß mich reden++

2. Predigerin der reichen Gottesgnade
Schlagton d - 1386 kg
++Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die
Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen++

3. Mahnerin zu täglichem Gottesdienst und Verkünderin fröhlichen
Kirchengedankens
Schlagton fis - 703 kg
++Bekehret Euch, so werdet Ihr leben++

4. Jauchzerin
Schlagton h - 286 kg
++Ehre sei Gott in der Höhe++



Die Nachkriegsglocken:

Fünf Edelstahlglocken vom Bochumer Verein
Angeliefert am 30.Oktober 1952
Aufgehängt im Dezember 1952
Gesamtgewicht 7106 kg

Inschriften: 1. Schlagton h - 2885 kg - Æ 1,80 m
++Ein feste Burg ist unser Gott++

2. Schlagton d - 1622 kg - Æ 1,51 m
++Aus tiefer Not schrei ich zu dir++

3. Schlagton e - 1239 kg - Æ 1,35 m
++Wach auf, wach auf, du deutsches Land++

4. Schlagton fis - 878 kg - Æ 1,18 m
++Lob Gott getrost mit Singen++

5. Schlagton a - 482 kg - Æ 0,97 m
++Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden++











Gedicht aus Anlaß der Glocken- und Kirchweihe 1952

von Karl Zimmerschied-Blecher



Durch die Lüfte schwang Verderben,
vieles ward zu Staub und Rauch,
Glück zerbrach wie Glas in Scherben
und das teure Leben auch.

Phosphor sprang um Dach und Türme,
faßte gierig das Metall -
Sonnenschein und Wind und Stürme
spielten im verkohlten All.

Über Schutt und tiefe Trauer
rief die Not den Mann zur Tat.
Aus den Trümmern wuchs die Mauer,
über Trichter sproß die Saat.

In die Leere zog die Freude,
hoch vom Turm, der lange schwieg,
singt ein hehres Festgeläute
um die Lande an der Sieg.

Holde Schwestern überm Flusse
stimmen in den Dankchoral,
freudig, wie aus einem Gusse,
klingt es über Berg und Tal.

Heimatglocken, hebt die Schwingen,
"rufet wach das deutsche Land",
"lobet Gott getrost mit Singen"
in dem harten Pilgrimstand.

Weckt "aus tiefster Not" die Herzen:
"Ein feste Burg" sei Gott.
Alle Leiden, Angst und Schmerzen
werden an dem Fels zu Spott.

Heimatglocken, süßes Klingen,
bringt den Frieden, fern und nah.
Ewig soll dein Mund uns singen:
Soli deo Gloria !

 

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